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Schloss Atzelsberg Verwaltungs-GbR
Atzelsberg 1
91080 Marloffstein-Atzelsberg
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Web: www.schloss-atzelsberg.de
Veranstaltungsort: Schloss Atzelsberg
Vorgeschichte des Schlosses
Der Besitz eines „Hofes zu Atzelsberg“ lässt sich erstmals 1394 namentlich präzise einem Leupold aus der adeligen Familie Strobel zuordnen. Ursprünglich handelte es sich wohl um einen vielleicht ins 13. oder gar 12. Jahrhundert zurückreichenden freieigenen Besitz dieses reich begüterten Ministerialengeschlechts. Seit dem frühen 15. Jahrhundert wurde Atzelsberg gegen entsprechende Dienste als markgräflich-brandenburgisches Rittermannslehen ausgegeben, seit dem frühen 17. Jahrhundert gegen Bezahlung als freies Erbzinslehen; die Abgaben gingen an das Verwalteramt Uttenreuth.
Urkundliche Hinweise des 15. Jahrhunderts auf einen „Sitz“ Atzelsberg (1432), eine wehrhafte Behausung („castrum“, 1435) oder ein „Sloß“ (1441) deuten auf – vielleicht schon viel ältere - Vorgängerbauten des heutigen Schlosses hin. Das von Nürnberger Söldnern in einer Fehde mit dem Markgrafen 1450 zerstörte Herrenhaus der Ritter Strobel und ihrer Nachfolger wurde wieder aufgebaut, erlitt aber im zweiten Märkgräflerkrieg erneut das Schicksal der Zerstörung (1553). In einer Beschreibung aus dem Jahre 1616 ist von einer abgebrannten Schlossruine mit Turm die Rede. Der Gutsherrschaft diente bald darauf offenbar ein großes zweistöckiges Haus als Wohnung.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Atzelsberg ausgeplündert und niedergebrannt (1631/1632). Die rasch wechselnden Besitzer des 17. Jahrhunderts kämpften mühsamst und oft vergeblich um den Wiederaufbau oder die Erhaltung des Gutes Atzelsberg und konnten kaum an eine Wiedererrichtung des Schlosses denken.
Die Wende des Jahres 1705 durch Johann Conradt von Seutter
Das änderte sich erst, als der wohlhabende und zu großen Investitionen fähige und bereite Nürnberger Handelsmann Johann Conradt von Seutter im Januar 1705 das Gut Atzelsberg erwarb und die bäuerlichen Gebäude erneuerte und vermehrte. Schon bevor er vom deutschen Kaiser in den Reichsadelsstand erhoben wurde, war er wohl an einer Behausung in der Art eines Adelssitzes interessiert. Noch 1705 ließ er auch das barocke Schloss in seiner bis heute erhaltenen Form als dreigeschossigen, fast quadratischen Quaderbau mit dem einmal abgesetzten Walmdach errichten. Maurermeister waren die Brüder Moßer, Zimmermann Andreas Patter, alle drei kamen vielleicht aus Cadolzburg.
Dem neuen Schlossherrn gelang es 1714 dank Sonderleistungen an die Kasse der Markgrafen Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth, sein Gut aus dessen Obereigentum in ein frei vererbbares Eigengut umzuwandeln. Mit der Übertragung der niederen Gerichtsbarkeit an Freiherrn von Seutter wurde Atzelsberg außerdem wieder zum Rittergut.
In den Händen der Familien von Wahler und Schrodt (1763-1960)
Nach dem Tod seiner Witwe Helena Freifrau von Seutter (1748) gelangten Gut und Schloss an den daran wenig interessierten Bayreuther Reichsfreiherrn Conrad Friedrich von Hagen, der es 15 Jahre später weiter verkaufte.
1763 wurde erneut ein wohlhabender, bereits geadelter Nürnberger Kaufmann Besitzer Atzelsbergs. Johann Andreas von Wahler fand auf dem Gut damals 12 Haushaltungen mit 50 Personen vor. 1790, ein Jahr vor seinem Tod, ließ er die steinerne Brücke über dem Wassergraben errichten.
In einer bemerkenswerten Besitzkontinuität blieben Gut und Schloss nun in den Händen der Familien von Wahler (bis 1849) bzw. später der Familie des Schwiegersohnes Franz Schrodt, dessen Nachkommen das Schlossgut bis 1960 bewirtschafteten und dann an die Stadt Erlangen verkauften.
„Vom Rittersitz zum Schloss für Bürger“ (Inge Meidinger-Geise)
Bereits 1834 verzichtete der letzte von Wahler auf seine Patrimonialgerichtsbarkeit. Mit dem Abschluss der Bauernbefreiung im Revolutionsjahr 1848 wurde das Rittergut zum Schlossgut und aus den Atzelsberger Gutsuntertanen wurden persönlich unabhängige Gutspächter.
Als die Stadt Erlangen unter Oberbürgermeister Dr. Heinrich Lades 1961 das auf Landkreis-Territorium liegende Schloss und ein 1,2 Millionen Quadratmeter umfassendes Areal von der Erbengemeinschaft Schrodt erwarb, kam es nun sogar in den direkten Besitz der Bürgerschaft.
Weil die Stadt Erlangen die dringend notwendigen Investitionen zur Erhaltung des Gebäudes und zur Sicherheit seiner Besucher selbst nicht mehr aufbringen wollte, trennte sich Erlangen 2004 wieder von seiner Vorzeige-Immobilie.
Seit September 2005 kann sich nunmehr jeder Besucher Atzelsberg von der Wiederherstellung des Schlosses in seinem alten Glanz durch die Familiengesellschaft Johann Schorr überzeugen.
Literatur: Helmut Neuhaus, Schloß Atzelsberg und seine Besitzer. Von Johann Conradt von Seutters "Schlößle" zu Erlangens "guter Stube", in: Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung, Band 47/1999, S.9-38.
